Friday, May 3, 2013

Ludwig Reinhardt-Goetz
on Luke 23:43 /

Ο Λούντβιχ Ράινχαρτ-Γκετς
περί του Λουκάς 23:43



Wie muß Lukas 23, 43 gelesen werden?
(1915)



Und Jesus sprach zu ihm:
Wahrlich, ich sage dir heute:
Mit mir wirst du im Paradiese sein.

Καὶ εἶπεν
ὁ Ἰησοῦς αὐτῷ:
Ἀμήν, σοι λέγω σήμερον:
Μετ’ ἐμοῦ ἔσῃ ἐν τῷ Παραδείσῳ.


— Luke / Lukas / Λουκάς 23:43.


Footnote on Luke 23:43: / Fußnote zu Lukas 23:43: / Υποσημείωση στο εδ. Λουκάς 23:43:

Die jetzt übliche Interpunktion dieser Stell ist ohne Zweifel falsch und widerspricht der ganzen Denkweise Christi und des Schächers.
Sie konnte nur deshalb aufkommen und später zur allgemeinen Herrschaft gelangen, weil die Griechen und Römer kein rechtes Verständnis für die israelitische Messiashoffnung hatten und der ägyptisch = platonischen Lehre von der "Unsterblichkeit der Seele" und dem jenseitigen "Götterhimmel" huldigten. So machte man aus dem Paradies das mittelalterliche "Himmelreich" im Tode oder eine Unterabteilung desselben. Christus (der Messias) hat aber unter dem Paradies sicher nicht eine Unterabteilung des Totenreiches, sondern nur die Wiederherstellung des Paradieses auf Erden, oder das Messiasreich verstanden. Auch der Schächer kann nur an dieses gedacht haben, wie er ja auch ausdrücklich gebeten hatte: "Erinnere dich meiner, wenn du in deiner (messianischen) Königsherrschaft kommst." Es ist darum ganz undenkbar, daß Jesus dem Schächer gesagt haben soll: Laß deine messianischen Hoffnungen fahren; du wirst nicht erst später mit mir im Messiasreich, sondern noch heute mit mir in einer Unterabteilung des Totenreiches, das ich Paradies nenne sein. Er hätte damit den Schächer nur verwirrt und ihm gar keine direkte Antwort auf seine Bitte gegeben. Der Ausdruck: "ich sage dir heute" entspricht auch ganz der hebräischen Sprechweise, wie viele Stellen des Alten Testamentes beweisen. Er war besonders passend am Kreuz und am Todestag Jesu, weil er so die Verheißung Jesu in einzigartiger Weise bekräftigte. Da Jesus zu dem allem sogar am dritten Tage nach seinem Tode noch der Maria Magdalena erklärt: "denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater" (Jh 20,17), so kann und darf das "heute" nicht in der üblichen Weise verstanden werden. Das "heute" fehlt sogar in vielen alten Handschriften und Übersetzungen; ein Beweis, daß man ihm nicht die ausschlaggebende Bedeutung beimaß. Überdies beweisen aber auch noch viele Zeugen aller Jahrhunderte, das unsere Interpunktion bekämpft und verfochten wurde. Die inneren und äußeren Gründe sprechen also für die von uns angenommene Interpunktion und Auffassung.



Ludwig Reinhardt-Goetz,
München: Verlag von Ernst Reinhardt.
11878, 21910/1923.








The punctuation presently used in this verse is undoubtedly false and contradictory to the entire way of thinking of Christ and the evildoer. [...] Christ (the Messiah) certainly did not understand paradise to be a subdivision of the realm of the dead, but rather the restoration of a paradise on earth, that is the Messianic kingdom.


«Η στίξη που χρησιμοποιείται σήμερα σε αυτό το εδάφιο είναι χωρίς αμφιβολία λάθος και αντιβαίνει σε ολόκληρο τον τρόπο σκέψης του Χριστού και του κακοποιού. [...] Είναι βέβαιο ότι ο Χριστός (ο Μεσσίας) δεν εννοούσε με τη λέξη παράδεισος μια υποδιαίρεση του κόσμου των νεκρών, αλλά μάλλον την αποκατάσταση του παραδείσου στη γη, δηλαδή τη μεσσιανική βασιλεία».



Ludwig Reinhardt-Goetz


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